Meldungen 13.09.2016
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Jenaer Tramino zu Gast in Frankfurt
Dienstag, 13. September 2016

Jenaer Tramino am Kießlingplatz
Jenaer Tramino am Kießlingplatz

In den frühen Morgenstunden des 13. September ist ein Niederflurwagen der Jenaer Straßenbahn in Frankfurt eingetroffen. Frankfurt beabsichtigt den Kauf von 13 neuen Straßenbahnen. Auf die europaweite Ausschreibung haben sich zwei Anbieter beworben, darunter der polnische Hersteller Solaris mit seinem Modell Tramino. Straßenbahnen dieser Fahrzeugfamilie fahren bereits in Poznań (Posen), Jena, Braunschweig und Olsztyn (Allenstein). Um sich einen Gesamteindruck von diesem Straßenbahntyp zu verschaffen und seine Einsatztauglichkeit in Frankfurt zu testen, weilt der Jenaer Tramino mit der Wagennummer 705 (Baujahr 2013) bis zum 19. September für umfangreiche Probefahrten in der Stadt.

Der Jenaer Wagen ist 29,3 Meter lang, 2,3 Meter breit und dürfte damit dem Solaris-Angebot für Frankfurt entsprechen. Im Gegensatz zu den in Frankfurt ausgeschriebenen Wagen handelt es sich bei ihm jedoch um einen Zweirichtungswagen mit Türen und Führerständen auf beiden Seiten. Die Jenaer Zweirichtungsvariante hat 61 Sitzplätze, und vom Hersteller werden 104 Stehplätze (4 Personen/m²) angegeben. Im Fahrzeuginnern gibt es keine Stufen, die Sitze sind 2+1 angeordnet. Mit vier 90-kW-Motoren kommt der Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h. In Jena sind sowohl die Fahrerkabine als auch der Fahrgastraum klimatisiert.

Das Fahrzeug erreichte Frankfurt auf einem Tieflader und wurde an der Endstelle Messegelände eingegleist. Gegen 5 Uhr 30 fuhr es erstmalig selbstständig, ohne Fahrgäste, im Verlauf der Linie 2 in die Innenstadt. Weitere Probefahrten fanden am Abend statt. Am Sonnabend, den 17. September wird das Fahrzeug auf dem Tag für die Fahrgäste der Stadtverkehrsgesellschaft zu besichtigen sein.

Umbau Haltestelle Magistrale geplant
Montag, 22. August 2016

Haltestellensituation Karl-Marx-Straße
Haltestellensituation Karl-Marx-Straße

Die Stadt plant, in den nächsten Jahren die Karl-Marx-Straße, von Einheimischen auch Magistrale genannt, umfassend zu sanieren. Profitieren sollen auch die Fahrgäste von Bus und Bahn. Dazu wird die Haltestelle Magistrale zu einer kombinierten Straßenbahn- und Bushaltestelle für alle hier verkehrenden Linien des Stadtverkehrs umgestaltet. Die Haltestelle wird stufenlos erreichbar sein. Ob auch die Regionalbuslinien halten, ist nicht bekannt.

Bereits seit dem Jahr 2000 halten Busse und Straßenbahnen am Brunnenplatz an einer gemeinsamen Haltestelle in der Straßenmitte. Nördlich davon befinden sich die Straßenbahnhaltestelle Magistrale und die Bushaltestelle An der Alten Universität jedoch nicht am gleichen Ort. Fahrgäste müssen sich entscheiden, an welcher Station sie warten, obwohl sowohl Tram als auch Bus in Richtung Brunnenplatz, Zentrum, Bahnhof und Dresdener Platz fahren. Wer an der falschen Station steht, sieht nicht selten das andere Verkehrsmittel ohne Halt vorbeifahren. Die Buslinie 983 hält an dieser Kreuzung sogar überhaupt nicht. Wer von Słubice in Frankfurts nördliche Stadtteile möchte, fährt derzeit fast einen halben Kilometer nach Süden, steigt am Brunnenplatz um, um dann denselben halben Kilometer wieder nach Norden zurückzufahren.

Die neue gemeinsame Haltestelle löst all diese Unzulänglichkeiten. Etwa 130 Meter südlich der Kreuzung Karl-Marx-Straße/Rosa-Luxemburg-Straße/Slubicer Straße sollen nach dem Umbau die Straßenbahnlinie 1, die Buslinien 980, 981, 983 und 985 sowie die Nachtbusse N1 und N2 am gleichen Bahnsteig halten. Laut einem Bericht der Märkischen Oderzeitung ist die konkrete Gestaltung der Haltestelle noch nicht entschieden. Denkbar sind sowohl Bahnsteige in der Straßenmitte, als auch eine sogenannte Überfahrbare Kaphaltestelle. Zwischen den Straßenbahngleisen in der Straßenmitte und dem Gehweg am Straßenrand würde dazu die Fahrbahn angehoben, so dass ein stufenloser Übergang vom Gehweg zum Einstieg in Bus und Bahn entsteht. Im Frankfurter Netz gibt es diese Lösung bisher nicht, in anderen Städten bewährt sie sich nunmehr seit Jahrzehnten.

Umleitung Bus 984 und Nachtbus N2
Montag, 4. April 2016

Jahrzehntealte Gleisreste im Buschmühlenweg
Jahrzehntealte Gleisreste im Buschmühlenweg

An monatelange Straßenbauarbeiten sind die Bewohner des Buschmühlenwegs gewöhnt. Dass kein Bus bei ihnen vorbeischaut, kennen sie ebenfalls. Schon im letzten Jahr waren sie vier Monate vom öffentlichen Nahverkehr abgekoppelt. Doch dieses Jahr wird noch eine Schippe nachgelegt, acht Monate lang werden die Buslinie 984 und der Nachtbus N2 großräumig umgeleitet.

Jahrzehntelang wurde am Buschmühlenweg nur das Nötigste gemacht, Autofahrer tasteten sich lange von Schlagloch zu Schlagloch. Unter dem Asphalt fand man im letzten Jahr Gleise und Weichen der Straßenbahn, die hier seit fast 50 Jahren nicht mehr fährt. Daher begann 2015 die grundhafte Sanierung der Nord-Süd-Verbindung. Nach dem Ende des Winters geht es nun weiter. Ab 4. April wird der Abschnitt vom Carthausplatz bis zu den Wasserbetrieben (FWA) erneuert.

Bis Dezember entfallen die Bushaltestellen Eichwaldweg (ehemals Stadthalle), Grenzbahnhof und Schöne Aussicht ersatzlos. Auf ihrem Weg zwischen Frankfurt und Güldendorf halten die genannten Linien dafür an den Haltestellen Am Wasserturm, Neuberesinchen Bahnhof und Mühlental. In der Lindenstraße wird die Haltestelle Walter-Korsing-Straße die ebenfalls nicht bediente Haltestelle Carthausplatz ersetzen. Durch die Umleitung dauert die Fahrt mit dem Bus 984 zum Helene-See fast 40 statt 30 Minuten. Im Juli und August wird die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) daher nach acht Sommern Pause die Linie 986 Bahnhof - Neuberesinchen - Helene-See wieder einsetzen.

Die Baufahrpläne sind auf der Seite Fahrplandownload verlinkt.

Unklarheit über Finanzierung neuer Straßenbahnen
Montag, 14. März 2016

Seit Monaten ist die Finanzierung dringend benötigter neuer Straßenbahnen für Frankfurt (Oder) ungeklärt. Die Stadt appelliert an das Land Brandenburg, es möge sich an den Kosten beteiligen, denn allein könne Frankfurt die gut 30 Millionen Euro nicht schultern. Die Landesregierung hält ihre gezahlten Zuschüsse dagegen für ausreichend. Für alle Brandenburger Straßenbahn- und O-Bus-Betriebe zusammen beträgt diese Förderung des Landes 5 Millionen Euro. Doch die reichen gerade einmal zum Erhalt der Infrastruktur. Um auch noch Rücklagen für neue Fahrzeuge zu bilden, langt dieser Betrag nicht. Eine Annäherung beider Seiten ist derzeit nicht in Sicht.

Frankfurt muss fast 30 Jahre alte Tatrabahnen der Baujahre 1987 bis 1990 durch Neubaufahrzeuge ersetzen. Die alten Wagen haben das Ende ihrer Lebensdauer weitgehend erreicht oder müssten aufwändig generalüberholt werden. Außerdem entsprechen sie nicht dem Bundesgesetz, das ab 2022 einen komplett barrierefreien Nahverkehr fordert. Fahrgäste müssen zwei Stufen erklimmen, um in das Innere der Wagen zu gelangen. Für Rollstuhlfahrer sind sie somit ungeeignet.

Im Mai 2015 hat die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) daher den Kauf von 13 neuen Niederflurbahnen, mit einer Option auf zwei weitere Fahrzeuge, europaweit ausgeschrieben. Beworben haben sich zwei nicht näher genannte Hersteller. Gerechnet wird mit einem Preis von 2,5 Millionen Euro pro Straßenbahn. Auf die Option zweier weiterer Fahrzeuge wurde inzwischen aus Kostengründen verzichtet.

Eigentlich sollten von 2017 bis 2021 jährlich 2 bis 3 neue Straßenbahnen angeschafft werden. Auf diesem Wege könnte man die alten Tatrabahnen rechtzeitig ersetzen. Ein neues Szenarium sieht vor, dass erst im Jahr 2021 nur sechs neue Wagen gekauft und mehrere Tatrabahnen noch einmal aufwändig ertüchtigt werden. Die letzten sieben Neubaufahrzeuge würden demnach erst von 2027 bis 2029 angeschafft. Das würde zwar den akuten Finanzbedarf reduzieren, führte aber durch die zusätzlichen Investitionen in die alten Tatrabahnen zu höheren Gesamtkosten. Außerdem gäbe es bis 2021 keine Fortschritte auf dem Weg zum barrierefreien Nahverkehr. Dennoch zeichnet sich derzeit eine Favorisierung dieser Variante ab.

Ebenfalls denkbar wäre, vorhandene Tatrabahnen unter großem finanziellen Aufwand teilniederflurig umzubauen. Die Verkehrsbetriebe Gera, Cottbus und Brandenburg an der Havel sind diesen Weg Anfang der 1990er Jahre gegangen. Ob das bei 30 Jahre alten Fahrzeugen wirtschaftliche Vorteile brächte, ist ungewiss. Je älter ein Fahrzeug, umso höher sind seine Instandhaltungskosten. Neue Bahnen müssen in der Regel deutlich seltener in die Werkstatt. Auch hier würde man die Kosten lediglich in die Zukunft verschieben und insgesamt mehr Geld ausgeben.

Auch die Möglichkeit, gar keine neuen Straßenbahnen anzuschaffen und den Betrieb mittelfristig auf Busse umzustellen, wurde bereits in Erwägung gezogen. Das wäre das Ende der Frankfurter Straßenbahn, die seit 1898 zwar Weltkriege, Weltwirtschaftskrisen und kommunistische Größenwahnphantasien überlebte, im 21. Jahrhundert aber an einem Gesetz zur Barrierefreiheit scheitern könnte. Diese Idee wurde allerdings am 14. März 2016 in einer Sondersitzung des Verkehrs- und Hauptausschusses der Stadtverordnetenversammlung verworfen.

Vielleicht ist am Ende aber sogar noch eine Einigung mit dem Land möglich. Brandenburg plant derzeit eine umfassende Strukturreform, in deren Folge Frankfurt seinen Status als kreisfreie Stadt verlieren soll und einem Nachbarlandkreis zugeschlagen würde. Die Stadt wehrt sich gegen diese Pläne. Würde sich Frankfurt hier kooperativer zeigen, könnte sich eventuell auch die Landesregierung bewegen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Am 23. Juni sollen Frankfurts Stadtverordnete entscheiden, welche Variante der Neubeschaffung man wählt. Am 30. September läuft das Angebot der beiden Straßenbahnhersteller aus. Danach müsste neu ausgeschrieben werden. Billiger würde das Ergebnis einer Neuausschreibung wahrscheinlich eher nicht.

Weitere Modernisierung der Busflotte
Donnerstag, 21. Januar 2016

Schlüsselübergabe am 21. Januar 2016
Schlüsselübergabe am 21. Januar 2016

Im Januar 2016 wurden vier neue MAN-Erdgasbusse beschafft, die Solobusse 447 und 448 (Typ Lion's City CNG), sowie die Gelenkbusse 544 und 545 (Typ Lion's City G CNG). Offiziell übergeben wurden die Fahrzeuge mit einer symbolischen Schlüsselübergabe vor dem Frankfurter Rathaus durch einen Vertreter des Herstellers MAN an den Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF). Das Unternehmen investierte mehr als 1,3 Millionen Euro.

Die Fahrzeuge bieten mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle, weisen dadurch aber auch einige Sitzplätze weniger auf. Neu ist eine erweiterte Zielangabe am Heck der Fahrzeuge. Im Gegensatz zu den bisher beschafften Bussen, wird am Heck nicht mehr nur die Liniennummer, sondern auch das Ziel der Fahrt angezeigt.

Seit 2013 hat die SVF damit fünf Gelenk- und fünf Solobusse neu angeschafft. Drei weitere Gelenkbusse sollen 2017 folgen. Parallel dazu wurden seit 2014 fünf Busse generalüberholt, drei weitere folgen 2016. Die Busflotte der SVF umfasst somit 11 Solo-Erdgasbusse, 16 Gelenk-Erdgasbusse und zwei Midibusse mit Dieselantrieb. Weitere Fahrzeuge werden durch das Subunternehmen Homann im Auftrag der SVF eingesetzt.

Tarifänderung 2016
Freitag, 1. Januar 2016

Zwölf Monate nach der letzten Preiserhöhung, steigen auch zum 1. Januar 2016 die Fahrpreise. Um 1,84% verteuerten sich Brandenburgs Fahrscheine durchschnittlich. Monatskarten blieben im Tarifbereich Frankfurt unverändert. Der Einzelfahrschein AB verteuerte sich von 1,50 auf 1,60 Euro. Teurer wurden auch Tageskarten und Fahrradfahrscheine.

Fahrausweise, bei denen sich der Fahrpreis nicht geändert hat, können weiter genutzt werden. Noch nicht entwertete Fahrscheine zum alten Preis sind bis einschließlich 14. Januar 2016 gültig. Bis zum 31. Mai 2016 können Fahrausweise, bei denen der Fahrpreis geändert wurde, gegen Zahlung des Differenzbetrages, bei den unternehmenseigenen Verkaufsstellen der Verkehrsunternehmen, bei denen die Fahrausweise erworben wurden, umgetauscht werden. Bei bereits abgeschlossenen Abonnements mit jährlicher Abbuchung sowie den Jahreskarten in Barzahlung wird keine Anpassung nachträglich erfolgen. Bei Abonnements mit monatlicher Abbuchung wird die monatliche Abbuchungsrate angepasst.

Fahrplanwechsel 2015
Sonntag, 13. Dezember 2015

Am Sonntag, den 13. Dezember 2015 änderten sich bei den meisten Verkehrsbetrieben der Region die Fahrpläne. Große Änderungen standen nicht ins Haus. Hier und da wurden Abfahrten um einige Minuten verschoben. Einige Haltestellen erhielten neue Namen. Anfang Januar 2016 wurden die Fahrpläne der Straßenbahnlinien und der Buslinie 984 erneut geringfügig angepasst.

Stadtverkehr

Die morgendlichen Ausrückfahrten aus dem Betriebshof der Straßenbahnlinie 1 und der Straßenbahnlinie 5 beginnen jetzt erst am Mühlenweg. Zugestiegen werden kann auch am Betriebshof selbst, die Haltestelle Neuberesinchen wird von den ersten Fahrten am Morgen aber nicht mehr angefahren. Linie 5 erhält eine zusätzliche Fahrt um 7:07 ab Neuberesinchen und zurück um 7:40 Uhr ab Messegelände bis Neuberesinchen.

Die Betriebszeit der Straßenbahnlinie 3 von und nach Markendorf wird morgens und nachmittags um 20 Minuten verkürzt. Die Fahrten der Buslinie 981, die bisher bereits am Landesbehördenzentrum einsetzten, beginnen wie alle anderen Wagen erst an der Kopernikusstraße. Ab Słubice fährt die Buslinie 983 morgens nicht mehr alle 30, sondern alle 25 bis 35 Minuten. Da der Buschmühlenweg vorerst wieder befahrbar ist, kehren die Buslinie 984 sowie der Nachtbus N2 auf ihre eigentliche Strecke zurück, der Umweg über Neuberesinchen entfällt. Seit 13. Juli waren beide Linien großräumig umgeleitet worden.

In allerletzter Minute wurde der Fahrplan der Buslinie 982 noch einmal geändert. Dadurch passen zwar die Anschlüsse von und zum RE1 besser, dafür müssen bei einigen Fahrten die Halte Am Wildpark und Bahnhof Rosengarten entfallen.

Die abendlichen Schnellkurse zwischen Spitzkrug und Bahnhof werden künftig nicht mehr als Linie 986 gekennzeichnet, sondern sind nun Teil der Linie 981. Der Grund dafür: im Sommer wird es wieder eine Buslinie 986 zwischen Bahnhof und Helene-See geben, mit Halt am Dresdener Platz und in Neuberesinchen. Letztmalig wurden diese Direktfahrten zwischen der Stadt und dem Erholungsgebiet im Sommer 2007 angeboten.

Die Haltestelle Nuhnenstraße heißt seit dem Fahrplanwechsel Alte Nuhnenstraße. Die Haltestelle Nussweg wird in Neuberesinchen Bahnhof umbenannt. Die Haltestelle Südring-Center erhält den Namen Alexej-Leonow-Straße. Aus Technologiepark wird Am Technologiepark. Die Haltestelle vor der ehemaligen Stadthalle heißt von nun an Eichwaldweg. Aus Johannes-Kepler-Weg wird Sonnenallee. Die Haltestelle Odersun hört von nun an auf den handlichen Namen Technologiepark Ostbrandenburg.

Regionalverkehr

Der RegionalExpress RE1 von und nach Berlin wird 2016 von Baumaßnahmen zwischen Berlin-Köpenick und Erkner sowie im Raum Fürstenwalde (Spree) beeinflusst. Durch die baubedingte Fahrzeitverlängerung enden und beginnen die von und nach Eisenhüttenstadt verkehrenden Züge bereits in Frankfurt (Oder). Ausgenommen davon sind die bis nach Cottbus fahrenden Züge. Zur Anbindung von Eisenhüttenstadt fährt in den Hauptverkehrszeiten ein Pendelzug ab Frankfurt (Oder), der morgens den Anschluss in Richtung Berlin und nachmittags in Richtung Eisenhüttenstadt herstellt.

Alle Fahrpläne für den Raum Frankfurt gibt's auf der Seite Fahrplandownload. Alle Haltestellenfahrpläne finden Sie über die Haltestellenliste.

Umfangreicher Gleisbau im Oktober
Freitag, 30. Oktober 2015

Gleisbau Lindenstraße 2015
Gleisbau Lindenstraße 2015

Die SVF erneuerte fast 30 Jahre alte Gleise in der Lindenstraße und 20 Jahre alte Weichen an der Kreuzung Bahnhofstraße / Heilbronner Straße. Es gab Pläne, die Straßenbahnstrecke zum Stadion an die Strecke zur Europa-Uni anzubinden. Darum wurde in der Lindenstraße trotz Langsamfahrstelle von teilweise 20 km/h lange Zeit nicht investiert. Die Pläne zur veränderten Anbindung der Stadionstrecke liegen nun aber auf Eis. Rund eine Million Euro hat die SVF in beide Baumaßnahmen investiert. Vom 5. bis zum 30. Oktober kam es zu wechselnden Umleitungen und Ersatzverkehren.

Baumaßnahme Lindenstraße

Auf rund 150 Metern Länge wurden Bogen- und gerade Gleise in beiden Fahrtrichtungen im Bereich der Straße Am Park ausgetauscht. Die entfernten Gleise stammten noch aus dem Jahr 1986. An genau dieser Stelle hätte die Strecke zum Stadion ihre Route aus dem Jahr 1898 verlassen, würde man die Anbindung zur Europa-Universität realisieren. Die Erneuerung der Gleise zementiert nun allerdings den Status Quo, die Verlegung von der Lindenstraße durch den Gertraudenpark zur Gartenstraße ist damit mittelfristig vom Tisch. Zum Ende der Bauarbeiten wurde die 2012 aufgegebene Haltestelle Gertraudenkirche wieder eingerichtet. Ken Wegener hat auf seiner Seite die Bauarbeiten mit Fotos vom Baufortschritt und einer Übersichtskarte » ausführlich dokumentiert.

Zwischen Bahnhof und Stadion wurde vom 5. bis zum 30. Oktober ein Ersatzverkehr mit Bussen (EV4) eingerichtet. Die Busse hielten zusätzlich an der Haltestelle Gartenstraße. Für die Haltestelle Anger wurde eine Ersatzhaltestelle in der Walter-Korsing-Straße eingerichtet. Auch die Buslinie 984 hielt zusätzlich in der Gartenstraße und statt am Anger in der Walter-Korsing-Straße. Bis zum Beginn der Bauarbeiten in der Heilbronner Straße fuhr die Linie 4 statt zum Stadion zur Uni.

Baumaßnahme Bahnhofstraße / Heilbronner Straße

Die östlichen und südlichen Weichen des Gleisdreiecks an der Kreuzung Bahnhofstraße / Heilbronner Straße sind die am häufigsten befahrenen im gesamten Streckennetz. Sie wurden im Sommer 1995 letztmalig erneuert und waren inzwischen völlig verschlissen. Vom Bahnhof in die Innenstadt konnte die Stelle zuletzt teilweise nur noch mit 5 km/h befahren werden. Bei der Gelegenheit wurde die stumpf befahrene Rückfallweiche in der östlichen Heilbronner Straße aus dem Kreuzungsbereich heraus gezogen und auf etwa 100 Metern Bogengleise in beiden Fahrtrichtungen erneuert. Nicht erneuert wurde die stumpf befahrene Weiche in der Bahnhofstraße. Ken Wegener hat auf seiner Seite die Bauarbeiten mit Fotos vom Baufortschritt und einer Übersichtskarte » ausführlich dokumentiert.

Während des Austausches der östlichen Weichen waren die Straßenbahnlinien 1, 2 und 3 vom 19. bis 25. Oktober eingestellt. Die Linie 4 fuhr zwischen Markendorf und Neuberesinchen, die Linie 5 zwischen Messegelände und Neuberesinchen. Der Montag bis Freitag im Tagesverkehr übliche 10-Minuten-Takt wurde dabei nur in den Hauptverkehrszeiten angeboten. Vormittags wurde nur im 20-Minuten-Takt gefahren. Die Bauarbeiten wurden allerdings in den Herbstferien durchgeführt, so dass der reduzierte Takt ausreichte. Ersatzbusse fuhren als EV1 zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt und Montag bis Freitag von etwa 6:30 bis 8 Uhr und von 14 bis 17 Uhr als EV3 zwischen Bahnhof und Europa-Universität. Die Buslinie 982 wurde umgeleitet, die anderen Buslinien fuhren nach Fahrplan.

Vom 26. bis 30. Oktober wurde schließlich die Weiche vom Bahnhof zur Innenstadt ausgetauscht. Die Linie 2 konnte bereits wieder zwischen Messegelände und Europa-Universität fahren, die Linie 1 fuhr verändert von der Lebuser Vorstadt zum Messegelände, allerdings nur von 6 bis 18 Uhr. Linie 4 fuhr weiterhin von Markendorf nach Neuberesinchen, die Linien 3 und 5 entfielen. Frühmorgens und ab 18 Uhr fuhr der Ersatzbus EV1 zwischen Neuberesinchen und Lebuser Vorstadt, im Tagesverkehr zwischen Johann-Eichorn-Straße (Haltestelle Friedenseck) zur Europa-Universität. Auch in der zweiten Woche der Herbstferien in Brandenburg wurde auf der Ersatzlinie EV1 und der Linie 4 nur in den Hauptverkehrszeiten alle 10 Minuten und vormittags nur alle 20 Minuten gefahren.

Wie bei Gleisneubauten üblich, sind alle neuen Gleise gummiummantelt, um Erschütterungen und Lärmentwicklung beim befahren zu reduzieren. Im Schatten der Baumaßnahmen wurden Fernwärmerohre in der Lindenstraße erneuert, ein Wasserschacht am Zehmeplatz saniert, Schienen an der Fürstenberger Straße geschliffen, sowie Entwässerungskästen im Gleisbereich gereinigt, gewartet und teilweise ergänzt. Am 30. Oktober wurden beide Baumaßnahmen mit erfolgreichen Probefahrten durch einen KT4DM und einen GT6M abgeschlossen.

Kowalski und Schmidt pendeln nicht mehr
Dienstag, 1. September 2015

Die beiden Kowalski und Schmidt genannten Personenzüge zwischen Frankfurt und Posen (Poznań) wurden zum 1. September 2015 (erneut) eingestellt. Erst am 8. August 2014 wurden die beiden Verbindungen als Alternative zu den EuroCity-Zügen des Berlin-Warszawa-Express eingerichtet und im Beisein von Politprominenz auf die Jungfernfahrt geschickt. Dadurch verdoppelte sich das Angebot an Regionalzügen zwischen Frankfurt und dem polnischen Reppen (Rzepin).

Bereits zum Jahresende 2014 wurde die Verbindung wieder eingestellt, nur um am 6. Februar 2015 erneut ins Leben gerufen zu werden, diesmal allerdings nur noch von Freitag bis Montag. Mit der Einstellung der Subventionen der polnischen Wojewodschaft Großpolen endet der Verkehr auf der Verbindung zum 31. August 2015 erneut. Von Frankfurt nach Polen verbleiben die beiden Personenzüge nach Zielona Góra (Grünberg/Schlesien) mit Halt in Słubice (Dammvorstadt) und Kunowice (Kunersdorf), sowie die EuroCity des Berlin-Warszawa-Express von Berlin über Frankfurt, Reppen, Posen nach Warschau.

Dreizehn neue Straßenbahnen ausgeschrieben
Montag, 18. Mai 2015

Tatrawagenparade
Tatrawagenparade

Die StadtverkehrsGmbH (SVF) hat am 18. Mai eine europaweite Ausschreibung über die Lieferung von 13 neuen Straßenbahnwagen gestartet. Die Ausschreibung enthält eine Option über zwei weitere Wagen, falls die Entwicklung der Fahrgastzahlen das erfordert. Das erste neue Fahrzeug soll spätestens im Dezember 2017 in Betrieb gehen, die letzten im Jahr 2021. Damit würden pro Jahr 2 bis 3 neue Triebwagen angeschafft. Sie sollen die vertrauten und langgedienten Tatrawagen vom Typ KT4D (siehe Bild) ablösen, die zwischen 1987 und 1990 beschafft wurden.

Anders als die alten Tatrabahnen werden die neuen Fahrzeuge niederflurig sein, wie schon die zwischen 1993 und 1995 beschafften Niederflurbahnen vom Typ GT6M. Durch die Niederflurtechnik wird es dann keine Stufen mehr geben, die erklimmen muss, wer in die Straßenbahn einsteigen möchte. Ältere Menschen oder Fahrgäste mit Kinderwagen schätzen die Vorteile einer Niederflurbahn besonders. Anders als bei den bereits vorhandenen Niederflurbahnen könnte es bei den neuen Fahrzeugen aber Stufen innerhalb der Bahn geben. Gefordert wird nur, dass mindestens 60 % des Fahrzeuginneren stufenlos niederflurig sind. Bis zum Jahr 2022 muss der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland barrierefrei nutzbar sein.

Die neuen Wagen werden, wie in Frankfurt seit Ende der 1970er Jahre üblich, Einrichtungswagen sein, das heißt, sie haben Türen nur auf einer Seite und nur an einem Ende eine Fahrerkabine. Die Fahrzeugbreite beträgt 2,30 Meter und die Wagen sollen ca. 28 Meter lang sein. Die jetzigen Tatrawagen sind nur 18 Meter, die bereits vorhandenen Niederflurbahnen 26,8 Meter lang. Würde man sich tatsächlich für einen 28 Meter langen Wagen entscheiden, wäre künftig mehr Platz in den Straßenbahnen. Gefordert werden Drehgestell- oder Einzelgelenkwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h, eine Mindestlebensdauer von 32 Jahren und sogenannte Außenschwenkschiebetüren. Schon bis zum 15. Juni 2015 sollen die Straßenbahnhersteller ihre Angebote einreichen. Den Zuschlag erhält am Ende das wirtschaftlich günstigste Angebot in Bezug auf die Kriterien, die in den Ausschreibungsunterlagen, der Aufforderung zur Angebotsabgabe oder zur Verhandlung aufgeführt sind.

Zwischen Sommer 1987 und Herbst 1990 wurden 34 Tatrawagen nach Frankfurt geliefert, von denen heute noch 18 Wagen vorhanden sind. Nach 30 Jahren im Dauerbetrieb steigen die Kosten für Wartung und Ersatzteile in einem Maße, dass wartungsärmere Neubaufahrzeuge kostengünstiger im Betrieb sind. Ein fabrikneuer Niederflurwagen kostet heutzutage um die 2 Mio. Euro. Die letzten Tatrawagen haben 1990 dagegen nur 400.000 DM gekostet. Die zuletzt angeschafften Wagen, acht Niederflurbahnen der Baujahre 1993 bis 1995 bleiben auch nach der Beschaffung neuer Fahrzeuge im Einsatz. Mit ihren 20 Betriebsjahren haben die Bahnen noch rund 10 Jahre Einsatzzeit vor sich.

Die vollständige Ausschreibung kann hier als pdf eingesehen werden.

Sie streiken, sie streiken nicht, sie streiken ...
Sonntag, 10. Mai 2015

Seit Tagen hing die Streikgefahr wie eine drohende Gewitterwolke über der Stadt: die Dienstleistungsgewerkschaft verdi kündigte Streiks ihrer Mitglieder im öffentlichen Nahverkehr Brandenburgs an. Zwei Warnstreiks, am 25. Februar und am 24. März, hatte es in Frankfurt bereits gegeben. Ab dem 28. April sollte der Nahverkehr erneut und diesmal dauerhaft ruhen. Dass ausgerechnet an diesem Tag Brandenburgs Schüler ihre Abiturprüfungen schreiben, interessierte die Gewerkschafter nicht.

Die Forderung der Gewerkschaft

verdi fordert eine Lohnerhöhung von 120 Euro brutto im Monat. Die Arbeitgeber boten zuletzt ein Plus von 90 Euro in zwei Schritten sowie eine Einmalzahlung von 180 Euro an. Besonders umstritten ist aber eine von verdi geforderte Zusatzleistung nur für Gewerkschaftsmitglieder, zusätzliches Urlaubsgeld oder zusätzliche Urlaubstage. Die Arbeitgeber weigern sich jedoch, den verdi-Mitgliedern unter den Bus- und Straßenbahnfahrern einen weiteren Bonus zu überweisen und argumentieren, dass nicht die Verkehrsbetriebe und somit die Fahrgäste den Mitgliedsbeitrag für die Gewerkschaft bezahlen sollten.

Dabei hatte verdi alle Register gezogen, um den Nutzern des Nahverkehrs den Ausfall desselben schmackhaft zu machen. Ein Straßenbahnfahrer erklärte in der Lokalpresse (Artikel der Märkischen Oderzeitung), dass ein Berufsanfänger nur 1.250 Euro Netto im Monat verdient. Weiterhin erklärte der Vertreter der Straßenbahn- und Busfahrer, dass man für dieses Geld nicht einmal in einer klimatisierten Fahrerkabine säße, mitunter schon nachts um zwei aus den Federn krauchen müsse und man dann noch nicht einmal jedes Weihnachtsfest unterm Christbaum verbringen könne.

Wütende Gewerkschaft

verdi teilt auf ihrer Webseite mit, die StadtverkehrsGmbH Frankfurt (Oder) hat nach der Streikankündigung ihre Fahrzeuge aus dem Depot an geheime Orte in der Stadt geholt, um einen weitgehend regulären Verkehr mit Hilfe in- und ausländischer Streikbrecher zu gewährleisten. Tatsächlich wurden 5 Straßenbahnen am geheimen Depot Bachgasse und sieben Busse beim geheimen Busunternehmen Homann abgestellt, denn etwa 30 Fahrer konnten oder wollten sich nicht am Streik beteiligen, und der Verkehrsbetrieb wollte mit diesen wenigen Fahrern und Fahrzeugen wenigstens den Schülerverkehr absichern. Da hatte allerdings die Gewerkschaft etwas dagegen. Also wurde der Streik durch verdi kurzfristig abgesagt. Busse und Bahnen fuhren am Dienstag leerer als üblich durch die Stadt, denn viele Fahrgäste hatten bereits Fahrgemeinschaften organisiert.

Wann die Gewerkschaft den Verkehr nun tatsächlich lahmlegt, wollte sie nicht mehr verraten. Stattdessen hat sie den Verkehr ohne Vorwarnung am Dienstag, den 28. April gegen 16 Uhr, mitten im Feierabendverkehr, einfach eingestellt. Planmäßig unterwegs waren nun nur noch die Buslinien 982, 984, 987 und 988. Diese Linien werden von schlechter bezahlten Fahrern eines Subunternehmers gefahren; übrigens ebenfalls ohne klimatisierte Fahrerkabine.

13 Tage Notfahrplan

Im Laufe der Tage organisierte die StadtverkehrsGmbH mit den ihr zur Verfügung stehenden Fahrzeugen und Fahrern einen Notfahrplan. Straßenbahnen fuhren etwa alle 30 bis 90 Minuten, bei den Bussen konnte in etwa der Umfang des Sonntagsfahrplans gefahren werden. In den Verhandlungen mit den Arbeitgebern konnte verdi am 8. Mai schließlich eine kompromissfähige Basis für weitere Verhandlungen erkennen und kündigte ein Ende der Streikmaßnahmen für Montag, den 11. Mai an.